Therapiesuche (Kinder und Jugendliche)

 Liebe Kinder, liebe Jugendliche und liebe Eltern,

in der Institutsambulanz wird mit Hilfe mehrerer diagnostischer Gespräche abgeklärt, ob eine Psychotherapie in Frage kommt. Wenn dies der Fall ist, bemüht sich die Ambulanz um einen entsprechenden Therapieplatz.

Der erste Anlaufpunkt: Die Sprechstunde
Schwierige Phasen im Leben von Kindern und Jugendlichen gibt es immer wieder. Aber wann ist es sinnvoll, psychotherapeutische Hilfe aufzusuchen?
In der ersten Sprechstunde können Sie genau diese Fragen mit einem erfahrenen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten klären: Um welche Probleme geht es? Sind diese als „normale“ Erscheinungen im Rahmen der Entwicklung zu verstehen? Welche Art von Therapie ist sinnvoll? Gibt es noch andere Hilfsangebote?

Die weitere Diagnostik
Falls Sie sich nach der Sprechstunde für eine ambulante Kinder- oder Jugendlichenpsychotherapie entscheiden, erfolgt zunächst eine ausführliche Diagnostik.
  • In der Regel folgen 2 bis 3 diagnostische Gespräche mit den Eltern/Sorgeberechtigten und dem Kind oder Jugendlichen.
  • Ziel der Gespräche ist es, die Probleme  im Kontext der Entwicklungsgeschichte und der aktuellen Lebenssituation zu verstehen.
  • Bei Bedarf erfolgt eine weitere Psychodiagnostik oder Weitervermittlung an spezialisierte Ärzt*innen oder Beratungsstellen.
  • Schließlich helfen wir bei der Vermittlung  an  Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutinnen oder  -Psychotherapeuten.
Häufige Probleme und wie Psychotherapie helfen kann
Psychische Probleme von Kindern und Jugendlichen können sich durch eine Vielzahl von Symptomen bemerkbar machen. Zum Beispiel:
  • Andauernde Ängste oder starke Gehemmtheit
  • Depressive Stimmungen
  • Essstörungen
  • Einnässen oder Einkoten
  • Konflikte mit der sozialen Umwelt mit Eltern oder Geschwistern
  • Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität
  • Rückzug aus der Gruppe von Gleichaltrigen und ungewöhnlicher Verschlossenheit
  • Schulangst, Schulversagen, Schulschwänzen
  • Schwierigkeiten in der pubertären Entwicklung
  • Selbstverletzendes Verhalten, Ritzen der Haut
  • Selbstmordgedanken
  • Suchtartigem Verhalten, z.B. Alkohol, Drogen, Computer, Spielsucht
  • Tics und Zwänge
Unser psychotherapeutischer Ansatz
Wir bieten Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapien nach dem tiefenpsychologisch fundierten und dem analytischen Therapieansatz.
Die psychischen Symptome werden dabei als verinnerlichte seelische Konflikte im Kontext der Entwicklungsgeschichte und als Ausdruck von Überforderungen in der aktuellen Lebenssituation gesehen. 

In der Therapie wird den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geboten, je nach Alter mittels Spiel, darstellender Gestaltung oder vertrauensvollem Gespräch ihre inneren Konflikte zum Ausdruck zu bringen und zu bearbeiten. Das offene Ansprechen von Problemen und der Versuch, diese gemeinsam zu verstehen, schafft oft schon eine große Entlastung

Kinder und Jugendliche sind auf ihre Eltern oder Betreuungspersonen angewiesen. Deshalb wird die Kinderpsychotherapie von Elterngesprächen und der Beratung der Betreuungspersonen begleitet. Bei Jugendlichen wird im Einzelfall entschieden, inwieweit eine Einbeziehung der Eltern sinnvoll und erforderlich ist. 

Für eine Therapie versuchen wir Therapeutinnen oder Therapeuten in Wohnortnähe zu vermitteln.

Die Therapien sowie alle anfallenden Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Alle Gespräche sind vertraulich und unterliegen selbstverständlich der ärztlichen Schweigepflicht. 

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Wie ist der Ablauf in der Ambulanz konkret?


1. Anmeldung und Vorgespräch:
Die Anmeldung für das Vorgespräch erfolgt telefonisch zu den unter Kontakt zur Ambulanz angegebenen Sprechzeiten.

2. Psychotherapeutische Untersuchungsgespräche:
Nach dem Vorgespräch folgen drei Untersuchungsgespräche, zwei bei dem Erstuntersucher/In und das Abschlussgespräch beim Zweituntersucher/In. Mit der/dem Zweit- untersucher/In wird im Abschlussgespräch besprochen, ob eine Therapie sinnvoll ist, oder ob eventuell weitere Untersuchungen (z. B. Intelligenztest) nötig sind. Die Behandlung wird von Ärzten, Psychologen bzw. Pädagogen/ Sozialpädagogen mit Hochschulabschluss (Diplom oder Master) im letzten Abschnitt ihrer Aus-/Weiterbildung zum Psychotherapeuten/Psychoanalytiker bzw. analytischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten übernommen.

3. Psychotherapievermittlung:
Nachdem die schriftlichen Unterlagen in der Ambulanz vorliegen und ein*e Behandler*in über einen freien Therapieplatz verfügt, werden Sie in der Regel von ihr/ihm benachrichtigt. In einem klärenden Vorgespräch, stellt sich dann heraus, ob eine psychotherapeutische Zusammenarbeit von beiden Seiten möglich ist. Eine verbindliche Zusage, wie lange Sie auf ein Therapieangebot warten müssen, ist allerdings nicht möglich. Es besteht kein Rechtsanspruch auf einen Behandlungsplatz. 

4. Kosten:
Die Kosten für die Vorgespräche werden von der Krankenkasse übernommen, wenn Sie in einer gesetzlichen Krankenversicherung (Ersatz-, Betriebs-, Orts- oder Innungskrankenkasse) versichert sind. Zum Vorgespräch ist die Gesundheitschipkarte mitzubringen. Wenn Sie einer privaten oder keiner Krankenkasse an gehören, erhalten Sie eine Rechnung. Die Kostenübernahme für eine Behandlung muss vor Beginn der Therapie gemeinsam mit dem/der Behandler*in bei Ihrer Krankenkasse beantragt werden, sowohl bei gesetzlich als auch oder Privat-Versicherten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Ambulanz-Team



Weitere Informationen:

Alle Informationen finden Sie auch im Flyer der Kinder- und Jugendambulanz unten unter Downloads.

Mehr Informationen für Kinder, Jugendliche und Eltern zum Thema Psychotherapie bietet die Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendpsychotherapeut/innen (VAKJP).

DOWNLOADS zum Thema
Flyer Kinder-und Jugendambulanz


Letzte Änderung: 22.03.2018