Geschichte

Das Institut für Psychotherapie e. V. Berlin wurde am 9. Mai 1947 auf Initiative von Dr. W. Kemper, Dr. W. M. Kranefeldt, Dr. C. Müller-Braunschweig, Dr. H. Schultz-Hencke, J. Schirren in Berlin gegründet. Zwei Jahre nach dem Ende der Herrschaft des Nationalsozialismus verband die Gruppe der Gründer die Idee einer Wiederbelebung der Psychoanalyse und Psychotherapie mit dem Aufbau der Ausbildung und mit einem psychotherapeutischen Versorgungsangebot für die Bevölkerung. Die Gründer unterschieden sich jedoch in Bezug auf ihre jeweiligen theoretischen und behandlungstechnischen Positionen. Diese Heterogenität prägt das Institut und seinen internen Diskurs bis heute.

Das Institut ist ein Ort der Auseinandersetzung um Freudianische bzw. Jungianische Positionen, die sich wieder finden in der Aus-/Weiterbildung zum Erwachsenenpsychotherapeuten und innerhalb der Aus-/Weiterbildung zum Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten. Das Institut ist ebenso ein Ort des Diskurses über kontroverse Darstellungen und Bewertungen der Geschichte unseres Instituts und der Geschichte der Psychoanalyse in Deutschland und über die Bedeutung der Psychoanalyse in der Kultur.

Die Vor- und Gründungsgeschichte des Instituts, ebenso die Entwicklung des Instituts über jetzt mehr als 50 Jahre seines Bestehens hinweg, sind Gegenstand der Reflexionen in der Lehre und unter den Mitgliedern. Dieser Prozess entzieht sich vorläufig einer komprimierten Darstellung, fand aber einen Ausdruck in der Tagung zum 50-jährigen Jubiläum des Instituts im Jahr 1997.

Am heutigen Institut für Psychotherapie Berlin e.V.  (IfP) arbeiten Psychoanalytiker/innen dreier Fachgruppen zusammen:
  • die Psychoanalyse (Freud und Weiterentwicklungen)
  • die Analytische Psychologie (C. G. Jung und Weiterentwicklungen)
  • die Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (Anna Freud, Melanie Klein und Weiterentwicklungen)
[Auszug aus dem Präambeltext zum Vorlesungsverzeichnis, Stand: 8.5.2000]

Am 10. September 2017 beging das Institut für Psychotherapie seinen 70. Geburtstag.
Auszug aus der Einladung:
"Wir blicken auf eine bewegte, schwierige und erfolgreiche Geschichte zurück; unser Institut ist im Verbund mit den Fachgruppen Psychoanalyse, Analytische Psychologie, Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und der Aus- und Weiterbildung für die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie heute ein Ort fruchtbarer geteilter Diversität u n d Autonomie der unterschiedlichen Strömungen der Psychoanalyse und Psychotherapie – aber eben auch ein Ort gemeinsamer psychoanalytischer Grundüberzeugungen und Zielsetzungen, nicht zuletzt in einer sich real verwandelnden Welt, in der es gilt, zwischen den verschiedenen Aus- und Weiterbildungsanforderungen einerseits und in einer psychoanalytischen Ausbildung andererseits immer wieder neu zu vermitteln.
Heute stehen wir auf der Schwelle zu einer sicher nicht nur einfache Verhältnisse versprechenden Zukunft, die wir weiterhin als einen guten Ort für die Psychoanalyse und Psychotherapie gestalten werden.
Am 10. September wollen wir einen Bogen spannen über diese 70 Jahre – beginnend mit einem ironischen Blick auf eine sich abzeichnende Zukunft, zurückschauend auf unsere Anfänge und uns als Institution reflektierend.
Wir wollen uns also an diesem Tag erinnern, unsere Gegenwart als Institution und als Ort der Lehre, des Lernens und als einen Ort , der uns ein möglichst gutes Miteinander ermöglicht erforschen, befragen und einen Blick in die Zukunft wagen. Und nicht zuletzt möchten wir gemeinsam mit Ihnen einen auch vergnüglichen Tag verbringen!

Dipl.-Psych. Anne Springer und Dr. med. Dipl.-Psych. Dieter Schmidt, Vorstand des IfP Berlin."

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Zur Lektüre wird empfohlen: Kohte-Meyer, I. (Hrsg.): „Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu schreiben“ – 50 Jahre Institut für Psychotherapie e. V. Berlin, Edition Discord 1998. Das Buch ist antiquarisch erhältlich und in unserer Bibliothek entleihbar.

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Letzte Änderung: 17.10.2017