Platres, Zypern
Dienstag 01.06.2010 14:30 Uhr
Eintritt: 1.250 Euro

Nazareth-Konferenz 1. bis 6. Juni 2010

PCCA - Partners in Confronting Collective Atrocities

Repeating, Reflecting, Moving on: Germans, Jews, Israelis, Palestinians, Others today Einladung

Das Ehepaar Shmuel Erlich und Mira Erlich-Ginor aus Israel organisiert seit 1994 die sogenannten Nazareth-Konferenzen, auf denen zunächst deutsche und israelische Analytiker zusammenkamen. Die Begegnungen, seien zu Anfang in erster Linie von gegenseitigen Projektionen geprägt gewesen. Es sei aber auch spürbar geworden, wie ernst offenbar Selbstreflexion, Illusionslosigkeit und Offenheit unter Analytikern genommen werden.

Mira Erlich-Ginor berichtete auf dem 45. Kongress der IPV, der 2007 in Berlin stattfand, von dem tiefen Misstrauen, ja dem Hass, den sie auf der ersten Konferenz den Deutschen entgegenbrachte. Während ihres Vortrages geriet sie ins Stocken, war den Tränen nahe. „Verzeihen Sie, als ich meinen Beitrag schrieb, war es nicht so emotional, wie jetzt, da ich ihn vortrage.“ Ihr Mann reichte ihr ein Taschentuch, sie wischte sich die Augen ab, atmete tief durch, fuhr fort. Erzählte von ihrem ambivalenten Verhältnis zu den eigenen negativen Emotionen und davon, wie ihr der Hass auch ein Gefühl von Macht verschaffte, wie das klare Feindbild ihr Identitätsgefühl verstärkte. Gleichzeitig ging den Israelis der „Schuldexhibitionismus“ der Deutschen auf die Nerven, der von ihnen als unterwürfig wahrgenommen wurde. Ursula Kreuzer-Haustein erzählte von der Sehnsucht der deutschen Teilnehmer, von den Israelis anerkannt zu werden und gleichsam Absolution zu erhalten. Deren reservierte Art löste wiederum bei den Deutschen Wut aus. Dennoch sehen Deutsche wie Israelis die bisherigen Nazareth-Konferenzen weitgehend positiv.

2008 nahmen erstmals auch palästinensische Teilnehmer an der Konferenz teil, die nicht mehr in Israel oder Deutschland stattfindet, sondern auf Zypern.

(basierend auf Orginaltext von Ingo Way 7/2007 - http://www.j-comm.de)

Nähere Informationen unter www.p-cca.org

Studierende können bis zum 30. April ein Stipendium beantragen.