Psychoanalytisches Institut Berlin (PaiB), Goerzallee 5, 12207 Berlin
Freitag 16.03.2018 19:00 Uhr
Eintritt: 10€/erm. 5€

ACHTUNG! TERMINÄNDERUNG! Prof. Aleida Assmann

23. Rittmeister-Gedächtnisvorlesung: Erinnern oder Vergessen - Rhythmen und Rahmen des Gedächtnisse

(Mit einer Einleitung zu John Rittmeister) Frau Prof. Assmann gestaltet seit vielen Jahren durch ihre Forschungen und aktuellen Beiträge den aktuellen Diskussionsstand der Bundesrepublik bezüglich der deutschen Geschichte entscheidend mit. Die Anglistin, Ägyptologin, Literatur-und Kulturwissenschaftlerin verbindet dabei ihre Forschungen zur Kultur und Geschichte des Gedächtnisses mit aktuellen Problemlagen. Ihre jüngsten Publikationen dazu sind: Das neue Unbehagen an der Erinnerungskultur. Eine Intervention, 2013 und: Formen des Vergessens, 2016. Zum Vortrag: Der Begriff ‚Erinnerungskultur’ hat sich seit den 1990er Jahren in wissenschaftlichen Diskursen, in den Medien und in der Alltagssprache immer mehr durchgesetzt. Dabei handelt es sich um eine neue Wortschöpfung. Neu ist in diesem Fall aber nicht nur das Wort, sondern auch die Sache selbst. Warum gab es nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs keine ‚Erinnerungskultur’? Warum dauerte es mehr als vier Jahrzehnte, bis die Erinnerung an individuelle jüdische Opfer des Holocaust in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist? Der Vortrag fragt grundsätzlicher nach den Rhythmen und Rahmen, die den Wechsel zwischen Vergessen und Erinnern bestimmen. Dabei werden Beispiele diskutiert, die diese Dynamik auf einer persönlichen, auf einer gesellschaftlichen und auf einer staatlichen Ebene veranschaulichen. Im Anschluss an die Diskussion laden wir Sie herzlich zu einem kleinen Umtrunk ein. Die Veranstaltung wird zertifiziert. Hier finden Sie den Flyer

Die Rittmeister-Arbeitsgruppe wurde vor 24 Jahren gegründet, um an die politische Verantwortung der Psychoanalyse zu erinnern. Im Gedenken an John Rittmeister, der 1943 von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde, organisiert sie einmal jährlich eine öffentliche Veranstaltung. „Wenn die Psychoanalyse aufhört zu demaskieren, das Ungeheure zu entlarven und sich mit der Arroganz und dem Machtmissbrauch unkontrollierter Herrschaftsstrukturen widerspruchslos zu arrangieren versucht, hört sie auf, „skandalös“ zu sein, was sie von Anfang an gewesen ist; sie denaturiert ihren eigenen Anspruch und reduziert sich selbst zu irgendeiner Therapieform, die selbst noch in Zeitläuften tiefster Unfreiheit zu gebrauchen ist.“ (Keilson 1995) Die Mitglieder der Rittmeister-AG: Carsten Pilzecker (Leitung), Angelika Ebrecht-Laermann, Gabriele Stoffler, Astrid Stock, Iris Meilicke, Johannes Holdermann, Cornelia von Kleist