Bereich Kinder und Jugendliche


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Die Aus- bzw. Weiterbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit der Fachkunde tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie gliedert sich in die Abschnitte Grund- und Hauptstudium mit folgendem Curriculum:

A. Grundstudium
In diesem Abschnitt erhalten Sie Theorievermittlung in
  • allgemeiner und spezieller psychoanalytischer Krankheitslehre,
  • spezielle psychoanalytische Krankheitslehre des Kindes- und Jugendalters,
  • allgemeiner und spezieller Neurosen- und Persönlichkeitslehre,
  • Grundlagen der psychiatrischen und psychosomatischen Krankheitsbilder im Kindes- und Jugendalter,
  • Entwicklungspsychologie, Bindungstheorie und Säuglingsforschung,
  • psychodynamischer Theorie: Konfliktlehre, Triebtheorie, Ich-Psychologie, Objektbeziehungstheorie, Selbstpsychologie,
  • Konzepten der Analytischen Psychologie,
  • Entstehungsbedingungen psychischer Erkrankungen und Störungen im Kindes- und Jugendalter,
  • Psychopathologie und Differentialdiagnostik psychosomatischer, psychiatrischer und neurologischer Krankheitsbilder im Kindes- und Jugendalter,
  • Psychotraumatologie,
  • Psychopharmakologie,
  • Grundlagen in der Sozial- und Lernpsychologie,
  • psychodiagnostischen Testverfahren,
  • Psychodynamik der Paarbeziehungen, der Familie und der Gruppe,
  • theoretischen Grundlagen der tiefenpsychologisch fundierten Behandlungsmethoden in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie,
  • Theorie und Methode der Einbeziehung der Bezugspersonen,
  • Grundlagen der Kinder- und Jugendpsychiatrie,
  • Geschichte der Kinderanalyse und der Kinderpsychotherapie,
  • Prävention, Rehabilitation,
  • Fragen der Ethik und des Berufsbildes,
  • operationalisierter psychodynamischer Diagnostik (OPD) für Kinder und Jugendliche,
  • verfahrensspezifischen Ansätze zur Evaluation und Dokumentation des Behandlungsprozesses,
  • Versorgung in der Gesetzlichen Krankenversorgung (GKV) Kinder und Jugendliche.


B. Hauptstudium

Dieser Abschnitt dient dem Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fähigkeiten in
  • der psychodynamischen Anamnese- und Befunderhebung im Kindes- und Jugendalter
  • den Grundlagen der psychodynamischen Differentialdiagnose
  • den Entstehungsbedingungen, Verlaufsformen und der Behandlung psychischer Erkrankungen und Störungen im Kindes- und Jugendalter
  • der Fokusfindung und -formulierung
  • Behandlungstechnik der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter
  • begleitender Psychotherapie der Bezugspersonen
  • Krisenintervention
  • supportiven Verfahren
  • Grundlagen der Familien- und Gruppentherapie
  • der Erkennung und Behandlung von Verhaltensauffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter
  • der praktischen Anwendung der psychodynamisch begründeten Therapieverfahren sowie anderer wissenschaftlich anerkannter Psychotherapieverfahren im Kindes- und Jugendalter



Selbsterfahrung

Die Selbsterfahrung ist wichtiger Bestandteil der gesamten Aus-/Weiterbildung. Für die Ausbildung zum Psychoanalytiker/Psychoanalytikerin ist eine hochfrequente Lehranalyse von 3 (bis 4) Stunden in der Woche obligatorisch. Teilnehmer des Aus-/Weiterbildungsgangs tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie können wählen, ob sie eine Lehranalyse oder eine, in der Regel einstündige Lehrtherapie machen möchten. Allerdings empfehlen wir auch diesen Weiterbildungsteilnehmern eine hochfrequente Selbsterfahrung zu machen.

Die TeilnehmerInnen der Aus-/Weiterbildung zum analytischen Kinder und Jugendlichenpsychotherapeuten wie auch die TeilnehmerInnen des Ausbildungsgangs tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie wählen ihre LehranalytikerIn aus einer der beiden Fachrichtungen Psychoanalyse bzw. Analytische Psychotherapie.


Therapeutische Behandlungspraxis

Die therapeutische Behandlungspraxis beginnt mit dem zweiten Jahr der Aus-/Weiterbildung mit der Anamnesenerhebung, die unter Supervision stattfindet. Die eigene Erfahrung der Anamnesenerhebung, die ausführlichen Besprechungen mit den Supervisoren, die Diskussionen in den kasuistisch - technischen Seminaren führen zu einem fundierten Wissen in der Diagnostik, Indikation und Behandlungsplanung. Überlegungen zur Psychodynamik und zum analytischen Verstehen der Begegnung mit den Patienten werden vermittelt und die Fähigkeiten zum analytischen Denken entwickelt.

Die TeilnehmerInnen der Aus-/Weiterbildung Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie beginnen nach dem vierten Semester mit den Behandlungen. Die Behandlungen werden über die Ambulanz des Instituts vermittelt. Alle Behandlungen werden durch die Supervisoren des Instituts begleitet. Außerdem finden regelmäßig technische kasuistische Seminare statt, in denen die Praktikanten in der Gruppe mit Dozenten ihre Behandlungen vorstellen und diskutieren. In speziellen Seminaren werden die Grundlagen und Besonderheiten der Behandlungstechnik vermittelt. Darüber hinaus werden in Seminaren auch Behandlungen der Dozenten vorgestellt und unter einem spezifischen Schwerpunkt diskutiert.

Praktische Tätigkeit

Die praktische Tätigkeit (PT) umfasst 1800 Stunden. Mindestens 1200 Std. müssen in einer psychiatrischen klinischen Einrichtung, die im Sinne des Weiterbildungsrechts zur Weiterbildung für Psychiatrie und Psychotherapie zugelassen ist oder die von der nach § 10 Abs. 4 Psychotherapeutengesetzt zuständigen Behörde als gleichwertige Einrichtung zugelassen wird, absolviert werden.

AusbildungsteilnehmerInnen in der Ausbildung zum Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten dürfen höchsten 50 % der PT in Einrichtungen der Erwachsenen-Psychiatrie abgeleistet haben.

Die übrigen 600 Stunden (gem. § 2 Abs. 2 Nr. 2) werden Ihnen über die Ambulanz des IfP anerkannt, müssen also nicht zusätzlich extern abgeleistet werden.

Die PT muss in Abschnitten von jeweils mind. 3 Monaten absolviert werden. Ein solcher Abschnitt muss auch mind. 300 Stunden umfassen.

Mit der PT sollten Sie möglichst frühzeitig (frühestens mit Beginn der Ausbildung) beginnen, da Sie so Erfahrungen in psychiatrischen und psychotherapeutischen Feldern sammeln, die zeitlich vor der Durchführung der eigenen Behandlungen liegen sollen. In der PT geht es darum, einen möglichst breiten Eindruck des jeweiligen Gebietes zu gewinnen. Praktika in Einrichtungen mit spezieller Klientel (z.B. in Suchtstationen, Gerontopsychiatrien, Kinder- und Jugendlichenpsychiatrien usw.) dürfen daher in der Regel nur im Umfang von jeweils 3 Monaten absolviert werden).

Die Praktika werden in Einrichtungen absolviert, mit denen das Institut Kooperationsverträge hat. Eine Liste dieser Einrichtungen erhalten Sie im Sekretariat. Sie bewerben sich selbst direkt bei den Einrichtungen.

DOWNLOADS zum Thema
Schema des Curriculums mit zeitlicher Verteilung


Letzte Änderung: 22.08.2017